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Interview: Bettina Gabriel (gabriel design team)

Bettina Gabriel studierte Kommunikationsdesign in Hamburg, gründete 1995 die Branding-Agentur SOLUTIONS Branding & Design AG, Vorstandsmitglied bis 2008, 2009 Gründung von gabriel design team – Konzepte für Marken. Strategische Markenberaterin seit 1995 für Global Player und mittelständische Unternehmen. In der aktuellen HAMBURGS KREATIVE-Ausgabe haben wir ihr einige Fragen gestellt, das Gespräch gibt es nun auch hier im Blog zu lesen.   

Bettina, erzähle uns doch bitte kurz etwas zur Entstehung Deiner Agentur sowie zum Leistungsspektrum.
1995 habe ich meine erste Agentur, SOLUTIONS Branding & Design, gegründet. Das wurde ein großes Schiff mit internationaler Bekanntheit und über 80 Mitarbeitern allein in Deutschland. Irgendwann drehte sich in meinem Arbeitsleben alles weitestgehend nur noch um die Verwaltung der Kunden und um Personalien. Der kreativen Entwicklung und der strategischen Führung „meiner Marken“ konnte ich mich nicht mehr in dem Maße widmen, wie ich mir das als methodisch arbeitende Designerin wünschte. Also verkaufte ich meine Anteile und wagte den Neustart: Ich gründete 2009 das gabriel design team – Konzepte für Marken. Mit dieser kleinen, feinen Agentur kann ich mein geballtes Know How den Kunden wieder direkt zur Verfügung stellen. Wir kümmern uns um alle Belange rund um die Marke: Strategie, Packaging und Corporate Design, Markenentwicklung und Markenführung. Das einzige, worum wir uns nicht direkt kümmern ist TV, Radio und die Programmierung der von uns konzipierten Websites.

Was zeichnet das gabriel design team Deiner Meinung nach aus? Wie unterscheidet sich die Agentur von den zahlreichen Mitbewerbern?
Bei uns kommt, wenn der Kunde das wünscht, alles aus einer Hand. Marken sind bei uns rundum gut aufgehoben. Wir arbeiten vorausschauend, schnell und extrem zuverlässig. Mein Team involviert sich sehr stark in die Projekte und die Ansprechpartner sind bei uns erreichbar oder haben eine adäquate Vertretung. Bei uns bleibt kein Kunde auf der langen Leitung sitzen.



Wie darf man sich einen typischen Arbeitstag von Dir vorstellen?
Mein Arbeitstag beginnt an der Kaffeemaschine und wendet sich dann den Mitarbeitern zu. Morgens ist regelmäßig Teambesprechung, da wird der Tag erstmal sortiert und geplant. Danach verläuft alles wie in der Branche üblich: E-Mails checken, Telefonate, Projektabstimmungen, Präsentationen vorbereiten und alte wie neue Kunden für uns begeistern. Ich gehöre eher zu den Nachtarbeitern und kann bestimmte Dinge am besten erledigen wenn das Telefon nicht mehr klingelt: Texte schreiben, Designs ausfeilen, Strategien überdenken.

In Deiner Laufbahn hast Du zahlreiche Lösungen für unterschiedlichste Kunden entwickelt. Kannst Du uns ein oder mehrere Projekte nennen und kurz beschreiben, auf die Du ganz besonders stolz bist?
Der Pattex-Auftritt gehört sicherlich zu den Arbeiten, auf die ich immer noch ziemlich stolz bin, weil er seit 2002 bis heute nahezu unverändert in den Regalen steht. Die Aufgabe war, das riesige Sortiment so zu clustern und visuell aufzumöbeln, dass der Kunde am Regal sehr schnell begreift warum gerade dieser eine Klebstoff zwischen den 40 anderen genau der richtige für ihn ist. Das Projekt hat mir danach noch ein paar Vorträge zum Thema „Packaging Design ohne Text“ verschafft.

Welche Trends und Entwicklungen spürst Du momentan im Bereich Design und wie bewerten Du diese persönlich?
Ich habe den Eindruck, dass in Deutschland mittlerweile eine echte Lust an Design entsteht. Große Marken haben da nicht immer den vollen Spielraum, aber auch dort wird mal etwas gewagt und ausprobiert. Das macht nicht nur den Designern Spaß, das kommt auch bei der Kundschaft gut an.

Gibt es eine bestimmte Marke, für die Du liebend gerne aktiv werden würdest? Falls ja, für welche und weshalb?
Mondelēz International in Bremen ist noch ein Kunde, den ich gerne für uns gewinnen möchte. Alleine schon, weil ich fast alle Produkte ausgesprochen lecker finde. Außerdem würde ich gerne mal für Unilever für die Marke Knorr arbeiten, dort herrscht seit Jahren sterbende Langeweile.



Bitte vervollständige den folgenden Satz: Man sollte das gabriel design team beauftragen, wenn …
… es frischen Wind auf eingefahrenen Wegen geben soll.

Gibt es einen aktuellen Case, den Du persönlich für herausragend oder sogar richtungsweisend hältst?
Coca-Cola erweitert sein Sortiment um gesunde Produkte und erfindet sich als Marke neu. Das Management setzt das tendenziell negative gesellschaftliche Feedback in der einzig denkbaren Weise konsequent um. Das ist beachtlich, sehr weise, vermutlich ziemlich teuer, aber rechtzeitig.


Wie empfindest Du die deutsche Designbranche (gerne auch im internationalen Vergleich)?
Verglichen mit anderen kreativen Berufen wie Architekten, Musikern und Filmemachern ist die deutsche Designbranche, bezogen auf Packaging und Corporate, aus meiner Sicht eher zurückhaltend und still. Mir fehlen Events, wo es zum Austausch kommt, Arbeiten gezeigt und Cases präsentiert werden. So geht’s für alle etwas langsamer voran. Und so können auch keine Allianzen gebildet werden, um z. B. über die herrschende Pitch-Kultur zu diskutieren oder unsere potentielle Kundschaft über die mehrwertstiftende Aufgabe von gutem Design aufzuklären. Da bleibt einiges im Eigenbrötlertum stecken.

Kannst Du uns drei Webseiten nennen, die Du regelmäßig besuchst?
Wikipedia, meine Online-Bank und auch gerne ignant.de.

Was schätzst Du am Standort Hamburg?
Hamburg ist für mich „die“ deutsche Stadt um zu leben und zu arbeiten. Ich komme ursprünglich aus Frankfurt am Main (schlechte Luft), bin gerne in Berlin (zu groß), manchmal in London (miserables Frühstück) und selten in München (zu piefig).

Vielen Dank für das Gespräch.
  
  

  
  
Links:
→   www.gabrieldesignteam.com
→   zum Onlineprofil
  
  

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