100% Hamburg.

blog_interview_malteknaack1

Interview: Malte Knaack (freier Illustrator & Designer)

Nach dem Studium als Kommunikationsdesigner war Malte Knaack mehrere Jahren als Layouter und Illustrator bei der Financial Times Deutschland und den Gruner & Jahr Wirtschaftsmedien u. a. für die Gestaltung der Weekend-Beilage verantwortlich. Seit 2011 ist er als freier Illustrator und Kommunikationsdesigner für verschiedene Magazine und Zeitschriften sowie für Werbe- und Designagenturen tätig. Für die HAMBURGS KREATIVE 2014-Ausgabe haben wir Malte einige Fragen gestellt, das Gespräch gibt es nun auch hier im Blog zu lesen.  

Malte, woher stammt eigentlich Deine Affinität für das Zeichnen/Gestalten?
Seit ich denken kann habe ich schon gezeichnet und mir Geschichten dazu ausgedacht. Als Kind habe ich viel Asterix, Peanuts, Tim und Struppi und Donald Duck gelesen. Spätestens seit der Oberstufe, Illustrationen für die Schülerzeitung und Comics war für mich klar, dass ich beruflich irgendetwas gestalterisches machen muss. Im Studium bemerkte ich, dass mir immer etwas fehlt, wenn ich „nur“ illustriere oder „nur“ layoute. Deshalb arbeitete ich oft fachübergreifend.

Welche Techniken nutzt Du?
Ich arbeite gern mit Tusche und Bleistift, aber auch digital am Grafiktablett. Allerdings muss die angewandte Technik zur Idee der Illustration passen. Darum denke ich zuerst über ein Motiv nach und entscheide dann, in welcher Technik es sich am besten realisieren lässt. Der Stil muss sich einer guten Idee dabei unterordnen, um sie nicht zu verwässern. Ein klares Briefing und klare Absprachen sind dabei sehr wichtig. Ich arbeite gern in enger Absprache mit den Layoutern oder den Artdirektoren zusammen, um die Gesamtgestaltung der Seite oder des Endproduktes im Blick zu behalten.



Wovon lässt Du Dich inspirieren?
Viele Ideen entstehen schon während der Absprache mit den Kunden. Viele davon kann man getrost sofort wieder streichen. Meistens starre ich anschließend (mit schmerzverzerrtem Gesicht) auf ein weißes Blatt, bis mir etwas einfällt. Dabei fülle ich ein Notizbuch mit lauter halbfertig gedachten Gedanken und Ideen, die es dann entweder auf irgendeine Art und Weise in die Illustration schaffen oder in der ewigen Leere verschwinden. Der Weg zur guten Idee ist also immer ein hin und her zwischen Begeisterung über einen tollen Einfall und Selbstzweifel, er könne doch nicht so toll sein. Dazu trinke ich viel Kaffee und esse Schokolade.

Was sind Deine Lieblingsmotive?
Am liebsten zeichne ich Tiere und Landschaften, sowohl echte als auch fiktive. Ich liebe es, wenn durch Gestik und Mimik ein subtiler, unausgesprochener Humor vermittelt wird. Menschen mit Zylinder finde ich auch reizvoll.

Welche Trends und Entwicklungen spürst Du im Bereich „Illustration“?
Unabhängig davon, welcher Stil gerade en vogue ist, gibt es schon seit einiger Zeit die Tendenz Illustration verstärkt zur Informationsvermittlung zu nutzen. Das geht weit über die gängigen Infografiken, wie Torten- und Infografiken hinaus. Ich habe auch das Gefühl, dass besonders im Editorialbereich Illustrationen stärker eingesetzt werden, obwohl der Markt für Printprodukte schwieriger geworden ist. Die dazu-gehörigen Online-Redaktionen kämpfen in vielen Fällen mit sehr schmalen Budgets. Auf der anderen Seite gibt es eine Welle von Start-ups, die ihr Geschäftsmodell oder ihr Produkt erklären müssen und dafür Illustrationen oder kleine Trickfilme einsetzen möchten

Kannst Du uns Arbeiten nennen, auf die Du ganz besonders stolz bist?
Nach dem Studium habe ich als Layouter bei der Financial Times Deutschland angefangen und habe dort lange die Wochenendbeilage Weekend betreut. Nach und nach durfte ich immer mehr illustrieren und wurde fester Illustrator der Zeitung. Ich hatte, trotz permanenten Zeitdrucks, gestalterisch viele Freiheiten. Ich habe dabei sehr viel gelernt und eine Menge toller Leute kennengelernt. Auch als ich mich selbständig gemacht habe, fühlte sich mein Büro oft wie eine kleine Außenstelle des Hamburger Newsrooms an. Ich bin sehr froh, dass ich Teil dieser Redaktion war.




Bitte vervollständige: Man sollte Malte Knaack beauftragen, wenn …
… Sie jemanden mit Teamgeist und Verständnis für das Endprodukt suchen.
… Sie klare Absprachen schätzen.
… er seinen ersten Kaffee getrunken hat.

Gibt es eine Marke, für die Du liebend gerne mal aktiv werden würdest?
Es gibt eine ganze Reihe von Zeitschriften für die ich gerne einmal arbeiten würde, z. B. die Wired, den Guardian, den New Yorker. Warum? Ich schätze die Themen der Wired, die Berichterstattung im Guardian, den Umgang mit und das Verständnis von Illustrationen im New Yorker. Ich vermute, fast jeder Illustrator träumt davon. Außerdem gibt es eine Menge kleiner eigener Projekte, die ich gern irgendwann einmal in Angriff nehmen möchte. Oft verschiebe ich sie aber immer wieder zugunsten bezahlter Aufträge.

Was schätzst Du am Standort Hamburg?
Jedesmal wenn in Hamburg dieser leichte Nieselregen herrscht, stelle ich mir vor es wären Gischtspritzer, die von der Elbmündung her geweht werden. Das gibt mir dann ein gutes Gefühl. Ich liebe den Hafen, St.Pauli, die kleinen Straßen und die kleinen Geschäfte.

Vielen Dank für das Gespräch.
  
  

  
  
Links:
→   www.malteknaack.com
→   zum Onlineprofil
  
  

Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmail

Leave a Reply

Protected by WP Anti Spam