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Interview: Holger Markewitz-Peters (giraffentoast)

Holger Markewitz-Peters ist einer der Mitbegründer und Geschäftsführer der Designagentur giraffentoast. Seit 2000 arbeitet er für renommierte Kunden und Agenturen im Bereich der visuellen und digitalen Medien und erhielt dafür zahlreiche Awards. Er war Dozent an der HFK Bremen und Initiator für Kunstprojekte wie z. B. „T-Mix“, „Sozialamt für Gestaltung“ und „deconstruct“. Im Rahmen der HAMBURGS KREATIVE 2014-Ausgabe haben wir Holger zum Interview gebeten, das Gespräch findet ihr nun auch hier im Blog.  

Holger, Du bist Geschäftsführer von giraffentoast. Erzähle uns doch bitte kurz etwas zur Entstehung und zum Leistungsspektrum der Agentur.
Wir haben im Studium in Groningen (Niederlande) zusammengefunden und, obwohl wir aus unterschiedlichen Disziplinen kommen, eine gemeinsame Passion für Clubvisuals und VJing entdeckt. Nach dem Diplom im Jahr 2000 erhielten wir unseren ersten richtigen Auftrag, dann folgte eine lange Reise durch die Musikclubs der Nation. Mit den Jahren fokussierten wir uns mehr auf unsere konzeptionellen Qualitäten und bieten nun ein Leistungsspektrum zwischen web, film und print an. Philip Braun leitet unser Berliner Büro mit Schwerpunkt Film und Animation und ich das Hamburger Büro mit Schwerpunkt Digitale Medien.

Was zeichnet giraffentoast Deiner Meinung nach aus?
Für uns war von Anfang an klar, dass wir uns nicht immer nur mit einem Medium beschäftigen wollen. Giraffentoast steht für einen interdisziplinären Ansatz in der Kreation. Geschichten erzählen ist dabei ein großes Thema, egal ob es sich um bewegte Bilder, Internetseiten oder Corporate Design handelt. Die Art und Weise der Darstellung bleibt im Kopf und das schätzen auch unsere Kunden.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag von Dir aus?
8 Uhr mit dem Hund in den Wald und E-Mails checken. 10 Uhr ins Büro – reden, ausdenken, schreiben – kickern – reden, ausdenken, schreiben, 5x um unseren Vitratisch laufen, 19 Uhr nach Hause. Essen, nachdenken – Pause – 23.30 Uhr mit dem Hund raus, E-Mails checken.

Welche Trends und Entwicklungen spürst Du aktuell im Bereich „Design“?
Mit kurzfristigen Trends kann ich nicht soviel anfangen, anhaltende Entwicklungen sind spannender. Wobei die Grenzen fließend sind und man immer ganz genau hinschauen muss. Durch die mobilen Endgeräte wird das Internet ganz anders genutzt als noch vor ein paar Jahren. Dies hat natürlich Folgen für das Design. Getrieben durch die Social Media Kanäle werden Inhalte in immer schnelleren Häppchen konsumiert. Internetseiten werden zu modularen Informationsportalen und reinen Abspielstationen. Ich vermisse da manchmal die Seele hinter den Internetseiten und die Möglichkeit Interaktion und audiovisuelles Erlebnis zu einem starken Gesamtergebnis zusammenzubringen. Ich persönlich bin sehr gespannt auf die sozialen und gestalterischen Auswirkungen, die Hardware Interfaces wie Kinect, das Internet of Things, Google Glasses, usw. mit sich bringen. Mein Kauftipp für 2014: Ein 3D Drucker.




In Deiner Laufbahn hast Du inzwischen etliche Lösungen entwickelt. Kannst Du uns Projekte nennen, auf die Du ganz besonders stolz bist?
Die für mich besten Projekte konnten inhaltlich und emotional überzeugen. Das sind für mich die Projektionen beim Festival of Lights auf dem Brandenburger Tor oder das interaktive Music-Artwork für „the notwist“. Ein sehr persönliches Projekt war z. B. auch unser Buch deconstruct bei dem wir uns mit der Vergänglichkeit im digitalen Alltag beschäftigt haben. Mehr dazu unter www.giraffentoast.de/projekt/print/deconstruct.

Gibt es eine Marke, für die Du liebend gerne einmal aktiv werden würdest?
Natürlich gibt es Marken die besonders spannend sind, weil sie vom Image und/oder Budget besondere Möglichkeiten bieten. Grundsätzlich interessieren uns die Menschen hinter diesen Marken. Sowohl die Konsumenten, als auch Firmen intern. Wenn da ein Funke überspringt, kann etwas Großes entstehen. Daneben ist unser geheimer Traum, mit einem VJ-Set für eine skandinavische Death Metal Band in Tokio aufzutreten. 2015 hätten wir noch Zeit. Falls also eine Band in Japan auf Tour ist, bitte melden unter deathmetalintokiocraziness@giraffentoast.com.

Bitte vervollständige: Ein Unternehmen sollte giraffentoast beauftragen, wenn …
… es sich gestalterisch und konzeptionell positiv überraschen lassen möchte und engagierte, konstante Teams und direkte Ansprechpartner bevorzugt.

Gibt es aktuell einen Case, den Du für herausragend oder richtungsweisend hältst?
Natürlich gibt es die großen Kampagnen, aber uns inspirieren oft eher die experimentellen Projekte, die durch Kollaboration von Konzeptionern, Künstlern und Technikern entstehen. So ist z. B. die Installation „Box“ (http://vimeo.com/75260457) ein großartiges Beispiel für eine überraschende Verwendung aktueller, technischer und gestalterischer Möglichkeiten.

Was schätzt Du sowohl beruflich als auch privat am Standort Hamburg?
Das Wetter hält einen auf jeden Fall schon mal nicht von der Arbeit ab.

Vielen Dank für das Gespräch.
  
  

  
  
Links:
→   www.giraffentoast.com
→   zum Onlineprofil
  
  

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