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Interview: Stefan Kolle (GF Kreation Kolle Rebbe)

Diesmal baten wir im Rahmen der neuen HAMBURGS KREATIVE 2014-Ausgabe Stefan Kolle (GF Kreation Kolle Rebbe) zum Gespräch. Stefan studierte an der Hochschule der Künste in Berlin. Nach Stationen als Texter in Wien und Hamburg gründete er mit seinem Studienfreund Stephan Rebbe 1994 Kolle Rebbe. Inzwischen ist Kolle Rebbe in allen relevanten Rankings, egal ob Klassik-, Design-, Online- oder Dialog-Ranking, in den Top 10 zu finden. Aus der klassischen Agentur ist inzwischen ein Anbieter medienübergreifender Kommunikationslösungen geworden. Kolle Rebbe beschäftigt über 260 Mitarbeiter und arbeitet für Kunden wie Google, Nike, Ritter Sport oder die TUI. Seit knapp drei Jahren ist die Agentur außerdem für das weltweite Mandat der Deutschen Lufthansa verantwortlich.  

Stefan, kannst Du uns bitte kurz etwas zur Entstehung von Kolle Rebbe sowie zum genauen Leistungsspektrum der Agentur erzählen?
Wir feiern in diesem Jahr unser 20-jähriges Jubiläum! 1994 haben Stephan Rebbe und ich die Agentur gegründet. Heute arbeiten bei uns in der Speicherstadt über 260 Kollegen und wir betreuen als inhabergeführte Agentur Kunden wie Google, Nike, Ritter Sport und die Lufthansa. Diese und andere Mandate auch weltweit und in allen Disziplinen, von Klassik bis Online.

Was unterscheidet die Agentur Deiner Meinung nach von den zahlreichen Mitbewerbern? Was zeichnet Kolle Rebbe aus?
Ich denke, uns zeichnet eine sehr unternehmerische Herangehensweise aus. Wir versetzen uns immer in die Lage des Auftraggebers und fragen uns, was wir an seiner Stelle tun würden. Als wir z.B. im Jahr 2005 Bionade gewonnen haben, konnten wir die Gründerfamilie überzeugen, weil wir Ihnen geraten haben, gar keine Werbung zu machen. Bahlsen haben wir vor 10 Jahren empfohlen neue Kekse zu erfinden. Als Werbeagentur einen solchen Schritt zu gehen, ist sicher recht ungewöhnlich. Es macht aber auch sehr schön deutlich, dass wir immer mit dem gesunden Menschenverstand arbeiten, statt mit irgendwelchen blabla-tools.




Welche Trends und Entwicklungen spürst Du aktuell in der Werbung?
Das Verfassen, Teilen und Weiterleiten von Geschichten ist durch die sozialen Medien zum festen Verhaltensmuster sehr vieler Menschen geworden. Wenn man das mit einem Buch vergleichen wollte, dann wäre es das dickste Buch der Welt, zu dem täglich Millionen neuer Seiten hinzukommen. Um unter diesen vielen Geschichten gefunden und vor allem geteilt zu werden, wird das Geschichtenerzählen in der Werbung immer wichtiger. Coca-Cola hat das mit seiner Interaktiv-Strategie „Content 2020“ sehr schön auf den Punkt gebracht, Red Bull Strato und die Volvo-Truck-Kampagne sind gute Beispiele dafür.

Wie sieht denn ein typischer Arbeitstag im Leben von Stefan Kolle aus?
In der Regel ist der sehr eng durchgetaktet, es folgt Meeting auf Meeting. Deshalb bin ich selten am Schreibtisch zu finden, häufiger in irgendeinem Konfi.

Gibt es eine Marke, für die Du liebend gerne mal aktiv werden würdest?
Es gibt keinen Wunschkunden. Aber es ist mir immer wichtig gewesen, dass die Zusammenarbeit im Tagesgeschäft partnerschaftlich, fair und in einer angenehmen, inspirierenden Atmosphäre abläuft. Wenn schon ein Pitch unter Mörder-Zeitdruck, mit einem schlechten Briefing und dann noch unbezahlt stattfinden soll, wird das später im Tagesgeschäft nicht besser ablaufen. Unter solchen Bedingungen sagen wir dann lieber ab.

Kannst Du uns Arbeiten nennen, auf die Du ganz besonders stolz bist?
Es gibt fast keine Arbeit für unsere Kunden, auf die wir nicht stolz wären. Besonders stolz bin ich aber auf eine Arbeit für uns selbst: Stop The Water While Using Me, die nachhaltige Kosmetik-Serie, die zum Wassersparen aufruft. Wir haben sie vom Konzept über die Produktentwicklung bis zum Verpackungsdesign bei uns im Haus entwickelt. Heute wird sie in unserem Web-Shop und in über 220 Shops weltweit verkauft. Mich freut dieser Erfolg ungemein, weil es der beste Beweis ist, dass wir beides können: Kreativ und unternehmerisch denken. Aus dieser Kombination entstehen innovative, funktionierende Lösungen.



Bitte vervollständige: Ein Unternehmen sollte Kolle Rebbe beauftragen, wenn …
… es einen Partner sucht, mit dem seine Marke substanziell vorangebracht wird. Und wie schon gesagt: Das schafft man nicht immer nur mit Werbung.

Gibt es aktuell einen Case, den Du für herausragend hältst?
Die Weihnachtsaktion der Fluglinie „WestJet“ war herausragend: Die Fluggäste konnten vorm Abflug einem interaktiven Weihnachtsmann ihre Wünsche nennen. Am Zielflughafen kam dann am Gepäckband die Überraschung: genau die Geschenke, die sich die Menschen zwei Stunden vorher gewünscht hatten. Nun ergeben die paar Fluggäste natürlich keine besonders hohe Reichweite. Den Film zur Aktion, der die hoch emotionalen Reaktionen der Fluggäste zeigt, haben aber innerhalb kürzester Zeit über fünf Millionen Menschen auf YouTube angeklickt. Berichte darüber liefen in allen Nachrichtensendungen.

Wie empfindest und bewertest Du momentan die deutsche Kreativbranche?
Deutsche Kreative spielen regelmäßig in der Championsleague – und zwar eine sehr ordentliche Rolle. Die deutsche Kreativbranche kann im internationalen Maßstab aber noch zulegen.

Was schätzst Du sowohl beruflich als auch privat am Standort Hamburg?
Hamburg hat alles was ich brauche – beruflich wie privat. Vor allem das Wasser.

Vielen Dank für das Gespräch.
  
  

  
  
Links:
→   www.kolle-rebbe.de
→   zum Onlineprofil
  
  

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