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Michael Kramer: Fans machen Marken zum Geschäft

Für die HAMBURGS KREATIVE 2013-Ausgabe hat Michael Kramer, geschäftsführender Gesellschafter der auf Markeninszenierung und Brand Entertainment spezialisierten Agentur brand X, im letzten Jahr den Artikel »Fans machen Marken zum Geschäft« verfasst, den wir euch nun auch hier im Blog möchten.

In kaum einer anderen deutschen Stadt leben so viele erfolgreiche Popstars und Marken wie in Hamburg. Nur warum gehen sie in der Vermarktung so grundsätzlich unterschiedliche Wege? Warum tauschen sie sich nicht aus und lernen voneinander?

Viele Marken haben heute das Problem, dass sie austauschbar geworden sind. Sie denken immer noch in Zielgruppen-Kategorien oder noch schlimmer, sie sprechen von „Produktverwendern“. Ihre Produkte schmecken seit Jahren gleich, fühlen sich identisch an, haben sich optisch wenig verändert, riechen immer noch wie zu Omas Zeiten und ihre Botschaften klingen stets gleich. Das reicht beileibe nicht für einen dauerhaften Erfolg. Würden Künstler und deren kreatives Umfeld sich so gerieren, blieben viele Künstler bestenfalls ein One-Hit-Wonder. Einen Hit oder einen Zufallstreffer landen einige, aber Künstler und Marken müssen mehr tun, damit aus einem One-Hit-Wonder ein Stevie Wonder wird. Auch Marken, wollen sie langfristig erfolgreich sein, müssen ihr Publikum vor allem unterhalten, da unterscheiden sie sich nicht von Künstlern. Damit Marken von Künstlern lernen, muss Grundlegendes passieren.

„Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab.“

Diese alte Weisheit der Dakota-Indianer ist aktuell wie nie. Über Jahrzehnte versuchen die meisten Marken mit stets gleichen Mustern die Konsumenten zu erreichen. Dabei erwarten sie, jedes Mal andere Ergebnisse zu erzielen. Aber wie soll das funktionieren? Ein erster, einfacher Schritt zu besseren Erkenntnissen wäre es, einfach mal die Perspektive zu wechseln und einen anderen Blick auf Märkte und Verbraucher zu werfen. Betrachten wir Verbraucher doch mal nicht länger als Zielgruppen, sondern als Publikum, das es zu erobern gilt. Wäre es nicht vielversprechender, Markenerlebnisse zu schaffen, die einem Konzerterlebnis oder dem Besuch eines Fußball-Derbys gleichen? Geht es nicht darum, Menschen zusammen zu bringen, sie zu unterhalten und nicht lediglich zu beschallen, so dass sie sich an diesem Erlebnis erfreuen, und das Erlebte mit anderen teilen?

Wie sagte der großartige Jazz-Musiker Louis Armstrong so treffend? „Wenn es die Hörer mitreißt, ist es Unterhaltung, wenn nicht, ist es Kunst.“ Ich erlaube mir dieses passende Zitat nur geringfügig abzuwandeln und sage:

„Wenn es das Publikum mitreißt, ist es Unterhaltung, wenn nicht, ist es Reklame.“

Es geht um Unterhaltung, um einen Dialog mit dem Publikum. Dies schaffen Marken durch Markenerlebnisse, welche die eigene Biografie erweitern und Emotionen wecken, die es wert sind, mit anderen geteilt zu werden. Dafür braucht es keine riesigen Werbebudgets, sondern spannende und vor allem unterhaltsame Geschichten. Fangt endlich an, Euer Publikum zu unterhalten und mit relevanten Inhalten zu erfreuen.


Aber was hat das alles mit Hamburg zu tun? Auf den ersten Blick rein gar nichts und doch …
Hamburg ist die Stadt, in der ich lebe, in der ich liebe, die ich liebe – in der ich fast 25 Jahre Künstler auf ihrem Weg zum Star begleiten durfte, auch wenn nicht jeder von ihnen zur Marke wurde. An jedem Tag seit nunmehr 30 Jahren schafft diese Stadt es, mich immer wieder zu überraschen und zu faszinieren. Dabei inszeniert sie sich mal heiter, mal wolkig, viel zu oft kalt und feucht und viel zu selten heiß und trocken.
Aber hier bin ich Fan geworden, Fan dieser einzigartigen, weltoffenen und so toleranten Musik- und Werbemetropole, die dafür sorgt, dass ihre Gäste und Bewohner Beziehungen aufbauen, manchmal nur für eine Nacht oder ein Wochenende, viel häufiger aber für ein ganzes Leben. Wer sagt, Hamburg ist die schönste Stadt Deutschlands, muss ein Fan sein. Und Hamburg hat verdammt viele Fans. Kann Ihre Marke, werter Leser, dies auch für sich in Anspruch nehmen?
  
  

  
  
Michael Kramer, streitbar, optimistisch, engagiert und leidenschaftlicher Musikliebhaber und Markenmensch. Ausgezeichnet mit Gold- und Platin-Awards sowie Cannes-, Eurobest-Gewinner und ADC-Gewinner. Artist & Repertoire Manager bei Polydor, General Manager bei Edition Antenna Musikverlag, Geschäftsführer und Gründer von Polygram Songs, Verlagsleiter TEMPO im Jahreszeitenverlag, selbständiger Musikverleger, Musikmarketing-Spezialist und Künstlermanager. 25 Jahre aus Künstlern Popstars gemacht. 2004 hat ihn die Kommunikationsbranche entdeckt und seitdem ist er dabei aus Marken brand stars zu machen. Geschäftsführer TBWA\STREAM, die erste Agentur für Brand Entertainment. Seit 2010 geschäftsführender Gesellschafter von brand X – Agentur für Markeninszenierung & Brand Entertainment GmbH, Hamburg. Unabhängig und begeisterungsfähig. Sein Credo: Creating Fans For Brands.
  
  

  
  
Links:
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Credit (Foto ganz oben): Sven Heinrich

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