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Interview: Im Gespräch mit Martin Bauendahl

Martin Bauendahl. Autodidakt, erste Aufträge im Alter von 20 Jahren durch die Musikindustrie, 
erstes eigenes Studio mit 21, spezialisiert in People, Beauty, Fashion und Hair. Hat weltweit gearbeitet, ist offen und kann gut mit Menschen umgehen, motiviert Models und Team, immer mit dem Blick auf das Ergebnis – wir trafen Martin im Rahmen der HAMBURGS KREATIVE 2013-Ausgabe zum Gespräch.  

Martin, wie bist Du eigentlich zur Fotografie gekommen?
Im Grunde ganz klassisch, ich war einfach fasziniert von der Kamera meines Vaters, einer alten russischen Zenith. Ständig hatte ich diese Kamera in meinen Händen. Irgendwann schenkte er sie mir zusammen mit ein paar Diafilmen und von da an fotografierte ich alles, was mir vor die Linse kam. Später, so mit 15, aber fast nur noch Mädchen …
Als ich in den 90er-Jahren viele eigene Techno- und Housepartys organisiert habe und auch dort die Kamera immer dabei hatte, fragten mich einige der befreundeten DJs und Clubbesitzer, ob sie meine Fotos für ihre PR-Zwecke nutzen dürften. Es dauerte nicht lang und die ersten Magazine und Plattenfirmen meldeten sich bei mir.

Wo liegen Deine fotografischen Schwerpunkte und weshalb?
Die ersten Jahre meiner Karriere habe ich eigentlich alles fotografiert: Architektur, Reisekataloge, Portrait, Stills, Fashion und People, insbesondere viele Musiker. In der Anfangszeit einer Karriere nimmt man natürlich jede Art von Job an. Ich habe das aber gerne gemacht, so bekommt man Erfahrung, sowohl in technischer als auch gestalterischer Hinsicht. Seit einigen Jahren fotografiere ich verstärkt Beauty und Haar. Ich mag diesen wunderbar kleinen (Format-)Rahmen, in dem man sich hier gestalterisch bewegt, es ist fast als hätte man ein Still-Life vor sich. Trotzdem mag ich nicht unbedingt auf ein Genre festgelegt werden, ich bin eigentlich an jeder fotografischen Richtung interessiert.




Wie bereitest Du Dich auf ein Shooting vor?
Ich informiere mich über den oder die zu fotografierenden Menschen oder die Umgebung, in der ich arbeiten soll. Zusammen mit dem Art Director oder dem Redakteur bespreche ich das Briefing und finde heraus, wie ich die Wünsche des Kunden, in Zusammenhang mit dem Budget, termingerecht realisieren kann. Nun muss ich schauen, wie ich, unter Berücksichtigung des Budgets, die Umstände für den Shoot optimal vorbereite: Dazu gehören u. a. das richtige Casting, ein Studio, das der Kunde mag oder eine bestimmte Location, die dem Briefing entspricht; Besprechungen mit den Stylisten und Fotoassistenten, Organisation von Equipment, Permits, Transporten und Catering. Bei größeren Projekten übernimmt dies eine Produktionsfirma.

Im Laufe der Zeit hast Du diverse Projekte und Jobs umgesetzt. Gibt es Arbeiten, auf die Du besonders stolz bist oder an die Du ganz besondere Erinnerungen hast?
Die Strecken, die ich vor einiger Zeit für die TUSH fotografiert habe, finde ich immer noch sehr schön. Auch auf eine freie Produktion mit Stoffen der Yamamoto-Kollektion, die wir in einem halben Tag mit minimalen Aufwand fotografiert haben und die dann auf dem internationalen Fest der Modefotografie in Cannes riesengroß auf der Croisette gezeigt wurden, bin ich stolz.
Besondere Erinnerungen habe ich an einige Shoots mit Prominenten. Immer wieder sehr viel Spaß hat es gemacht mit Heidi Klum, Frauke Ludowig, Yvonne Catterfeld oder Markus Lanz zusammen zu arbeiten. Sehr beeindruckt hat mich Altbundeskanzler Helmut Schmidt.
Am aufregendsten war eine Produktion in L.A., bei der ein Assistent der Stylistin vergaß, die Handbremse und den Gang seines Jeeps einzulegen und der ganze Wagen dann in eine Schlucht gestürzt und genau auf der darunter verlaufenden Straße gelandet ist. Zum Glück kam niemand zu Schaden, nur der Jeep war platt wie eine Flunder.

Wovon lässt Du Dich inspirieren?
Da gibt es so viele Möglichkeiten … Das Internet ist hier natürlich die Einfachste. Aber alles um mich herum kann inspirierend auf mich wirken: Musik, gute Filme oder auch der Spaziergang durch eine Metropole. Insbesondere mag ich Cafés, in denen es noch bohème zugeht.

Was macht für Dich die Arbeit als Fotograf aus? Was schätzst Du an Deiner Tätigkeit und gibt es einen Part, auf den Du auch gerne verzichten könntest?
Mit relativ überschaubarem Aufwand „etwas eigenes“ zu schaffen. Ich mag das freiberufliche Arbeiten, die Möglichkeit, meine fotografische Ausdrucksweise selbst zu bestimmen, den Umgang mit anderen Menschen und ich mag es zu reisen.
Auf die Organisation der finanziellen Seite meines Berufs könnte ich gerne verzichten, auch wenn mir dies recht gut gelingt. Auf die „Angsthasen“ und „Preisdrücker“ unter den Kunden könnte ich auch gerne verzichten. Ach ja, der Satz „Alles muss möglich sein“, passt mir ohne den Nebensatz „mit dem entsprechenden Budget“ überhaupt nicht! Einige Werber benutzen diesen ursprünglich motivierenden Satz nur, um die Mitarbeiter einer Produktion über Gebühr auszupressen.




Bitte vervollständige diesen Satz: Man sollte Martin Bauendahl beauftragen, wenn …
… man jemanden mit Ideen und Erfahrung braucht, der zuhören kann.

Was schätzst Du beruflich und privat am Standort Hamburg?
In Hamburg sind die Gesamtumstände für Fotografen einfach sehr gut. Es gibt viele Kunden und optimale Produktionsbedingungen.
Die Lebensqualität für meine Familie und mich ist hier besonders hoch. Ich mag die frische Brise, die von Nord- oder Ostsee rüberweht und das wunderbar abwechslungsreiche Wetter, man weiß nie was einen erwartet …

Vielen Dank für das Gespräch.
  
  

  
  
Links:
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