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Interview: Der Illustrator André Laame im Gespräch

André Laame kommt ursprünglich aus Westfalen. Nachdem er 5 Jahre in der Druckvorstufe gearbeitet hat, studierte er an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg das Fach Design. Inzwischen arbeitet er als freier Illustrator. Kürzlich gründete er gemeinsam mit seiner Frau die Illustratoren-Repräsentanz sepia. Wir trafen André im Rahmen der HAMBURGS KREATIVE 2013-Ausgabe zum Gespräch.   

André, woher stammt Deine Affinität für Gestaltung eigentlich?
In meiner Kindheit habe ich mich für die Comics über die Abenteuer von Superman und Tarzan begeistert. Jedoch hab ich sie lieber abgezeichnet, als zu lesen. Darüber hinaus mag ich den spielerischen Umgang mit Sehgewohnheiten.

Wie würdest Du selbst Deinen Stil beschreiben und welche Techniken nutzt Du?
Tendenziell würde ich mich als einen realistischen Zeichner und Maler bezeichnen. Da ich mich in meinen Ausdrucksmöglichkeiten nicht einschränken lassen möchte, nutze ich vielfältige Werkzeuge, hauptsächlich jedoch Bleistift oder Pinsel.



Wovon lässt Du Dich inspirieren?
Inspiration finde ich überall. Ganz besonders aber mag ich die abstrakte Farbigkeit der Comics und Spielzeuge der Achtziger Jahre. Außerdem bewundere ich die Arbeiten der Maler Peter Blake, Andrew Wyeth und Alex Colville.

Was sind Deine Lieblingsmotive? Was zeichnest Du am liebsten?
Ich bevorzuge es Menschen zu zeichnen, da dies über eine reine Wiedergabe hinausgeht. Ich glaube, dass es nur einen kurzen Moment im Arbeitsprozess gibt, in dem man das Gefühl hat, das Wesentliche der Persönlichkeit getroffen zu haben. Legt man dann nicht rasch das Werkzeug beiseite, entfernt man sich wieder von diesem. Diese Herausforderung anzunehmen, finde ich nach wie vor sehr reizvoll.

In Deiner Laufbahn hast Du inzwischen diverse Arbeiten umgesetzt. Kannst Du uns ein Projekt nennen und beschreiben, auf das Du ganz besonders stolz bist?
2010 wurde ich vom Schweizer DU Magazin gebeten, dreißig Künstler der Art-Basel zu portraitieren. Da die Deadline für diesen Auftrag schon wenige Tage später war, entschied ich mich fünf bis sechs kleine Ölbilder am Tag zu malen. Die Optik war durch einen kräftigen, stark farbigen Pinselduktus geprägt. Für diese Illustrationsserie bekam ich reichlich Zuspruch und viele interessante Folgeaufträge, insbesondere aus dem Zeitungsbereich.

Welche Trends und Entwicklungen spürst Du aktuell im Bereich Illustration und wie bewertest Du diese?
Im Editorialbereich erscheinen immer häufiger digitale Illustrationen in einem handgemachten Look. Der steigende Zeitdruck zwingt viele Künstler die zum Teil höchst komplexen Bildwelten am Rechner entstehen zu lassen und anschließend mit malerischen Effekten zu schmücken. Der Wunsch nach dem Handwerklichen begrüße ich sehr. Für mich persönlich bietet das Arbeiten an der Staffelei jedoch mehr Zufälle und damit einhergehende kreative Möglichkeiten. Dennoch schätze ich auch die neuen Vektor- und 3D-Grafiken von Kollegen, die kompromisslos den Reiz ihres Mediums in einer eher reduzierten Optik suchen.

Bitte vervollständige diesen Satz: Ein Unternehmen oder eine Agentur sollte André Laame beauftragen, wenn …
… eine hohe Wiedererkennbarkeit in einer handwerklichen, individuellen und innovativen Umsetzung gewünscht ist.



Gibt es eine Marke (oder ein Unternehmen, eine Person etc.), für die Du liebend gerne mal gestalterisch aktiv werden würdest? Falls ja, für welche und weshalb?
Ich würde sehr gerne einmal für den New Yorker arbeiten. Er ist weltweit eines der im Illustrationsbereich maßgeblichsten Magazine.

Was schätzst Du beruflich und privat am Standort Hamburg?
Hamburg zeigt alle mir wichtigen Facetten der angewandten und freien Kunst. Es gibt Möglichkeiten avantgardistische Strömungen in Hochschulen oder kleinen Galerien wahrzunehmen, aber auch klassische Stile in Museen zu studieren. Verlage und Agenturen bieten ein weites Spektrum an möglichen Aufträgen. Außerdem ist die illustrative Szene mit vielen Veranstaltungen sehr ausgeprägt.

Privat mag ich, dass Hamburg ständig im Wandel ist. Es macht Spaß die Stadt immer wieder neu zu erkunden. Ich habe die Möglichkeit mich in meinem Kiez zu bewegen, finde aber auch Abwechslung in den Cafés, Bars und Programmkinos der anderen Stadtteile. Hamburg hat für mich die perfekte Größe, alles gut zu erreichen.

Vielen Dank für das Gespräch.
  
  

  
  
Links:
→   www.andre-laame.com
→   www.sepia-online.com
→   zum Onlineprofil
  
  

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