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Interview: Bianca Heinrichs (Illustratorin und Grafikerin)

Unsere Interviewreihe führte uns diesmal zu Bianca Heinrichs. Bianca arbeitet unter dem Label RBTQ als freie Illustratorin & Designerin, sie lebt, atmet und arbeitet gemeinsam mit ihrem Hund Paul in Hamburg-Altona. Wenn sie nicht gerade an ihrem Schreibtisch sitzt und zeichnet, findet man sie wahrscheinlich beim stöbern auf einem Trödelmarkt oder mit Paul an der Elbe.   

Bianca, woher stammt Deine Affinität für Gestaltung?
Ich habe die Begeisterung für das Malen und Zeichnen schon sehr früh verspürt. Als kleines Kind habe ich mich am liebsten in eine Ecke verzogen und gezeichnet. Ich bin auch in den entsprechenden Kindergarten und danach auf die passende Schule gegangen, an denen man meine Leidenschaft gefördert hat. Später beruflich nichts mit Kunst bzw. Kreativität zu machen, stand für mich nie zur Diskussion. Naja gut, bis auf die kurze Mädchenphase in der ich Reitlehrerin werden wollte.

Du arbeitest erfolgreich als freie Illustratorin und Designerin für Direktkunden und Agenturen. Weshalb als Freelancerin und nicht in Festanstellung?
Es ist nicht einfach, sich als Freiberuflerin zu behaupten und davon zu leben, aber es gibt einfach zu viele Bereiche die mich interessieren. Während meiner Festanstellungen habe ich die Erfahrung gemacht, dass man schnell an einem Kunden kleben bleibt oder an einem Aufgabengebiet. Als Freelancerin habe ich die Möglichkeit alles abzudecken, was mir liegt. Also neben dem klassischen Printbereich auch Illustration, Design, Editorial, On/Off Air Design, Webdesign und noch mehr, es gibt so viel zu entdecken.



Wie würdest Du Deinen gestalterischen Stil beschreiben und welche Techniken nutzt Du für Deine Arbeiten?
Meine Arbeitsweise ist natürlich stark abhängig von den Anforderungen des Projektes. In der Werbung ist allgemein eher eine auf Vektoren basierende Illustration gefragt, da man sie besser auf die verschiedenen Werbemittel anwenden kann. Wenn es möglich ist, arbeite ich aber lieber mit einem Pigment Liner, scanne die Zeichnung ein und bearbeite sie in Photoshop nach. Daran arbeite ich auch in meiner Freizeit, wenn gerade kein Kundenjob ansteht. Für mich entdeckt habe ich Strukturen! Ich liebe es zum Beispiel eine Handzeichnung mit einem Foto von einer Betonwand zu kombinieren, die beiden miteinander verschmelzen zu lassen – ich denke das macht auch meinen Stil aus. Trotzdem probiere ich aber immer noch verschiedene Techniken aus und versuche mich stetig weiterzuentwickeln und Neues zu entdecken.

Was sind Deine Lieblingsmotive? Was zeichnest Du am liebsten?
Ich bin ein großer Fan von menschlichen Emotionen, aber ganz besonders liebe ich Tiere. Deshalb verbinde ich diese beiden Faktoren sehr oft miteinander. Damit eine Illustration nicht nur zu einer schön gemachten Grafik wird, versuche ich immer etwas in meinen Bildern zu erzählen, eine Story erfinden bzw. andenken, die der Betrachter dann weiterspinnen kann. Deshalb zeichne ich meistens kleine Details in meine Motive, die sich hoffentlich oft erst auf den dritten oder vierten Blick erschließen.

Welche Trends und Entwicklungen spürst Du aktuell im Bereich Illustration/Design und wie bewertest Du diese persönlich?
Da die Illustration in ständiger Bewegung ist, sieht man meiner Meinung nach erst später, was wirklich übrig geblieben ist und sich nachhaltig in unserer Kultur verankert hat. Es bleibt daher eher die Frage, wer hat das Potential, kurzlebige Moden zu überdauern? Im Grunde geht es also weniger um unanschauliche Begriffe wie Illustration oder Design, sondern um Persönlichkeiten. Dadurch entsteht ein unterschiedliches Künstlerfeld, aber man erkennt in der Gesamtheit auch schon den Kurs einer zeitgenössischen Kunstströmung. Für mich bedeutet dies: durchhalten und weiter fest an mich glauben!


Bitte vervollständige den folgenden Satz: Eine Agentur oder ein Unternehmen sollte Bianca Heinrichs beauftragen, wenn …
… ihnen schlicht und ergreifend gefällt was ich an Know-how und Ideenreichtum mitbringe und sie sich vorstellen können, gemeinsam ein individuelles Ergebnis zu erarbeiten. Mir ist ein aktiver Austausch und ein respektvoller Umgang auf allen Ebenen sehr wichtig.

Gibt es ein Unternehmen, für das Du liebend gerne mal gestalterisch aktiv werden würdest? Falls ja, für welches und vor allem weshalb?
Ich würde wahnsinnig gerne das Re-Design für den TV-Sender Sixx übernehmen; eine Stoffkollektion für Stine Goya illustrieren; einen Raum im Designhotel Fox gestalten; die Titel-Sequenz für einen Film von Wes Anderson kreieren; mit noch mehr kulturellen Institutionen zusammenarbeiten; diverse Titelillustrationen zeichnen – unter anderem für den „New Yorker“. Und, und, und. Weshalb? Weil es großartig ist Produkten zu etwas einzigartigem, unverkennbarem zu verhelfen. Es ist wundervoll daran teilzuhaben, wenn die Welt bunter und schöner wird.

Was schätzst Du beruflich und privat am Standort Hamburg?
Ich lebe nun seit fast 5 Jahren in Hamburg und habe mir hier einen Freundeskreis und ein kreatives, inspirierendes Umfeld aufgebaut, dieses schätze ich genauso wie das reichhaltige Kulturangebot und den Hamburger Hafen. Sei es die Alster oder die Elbe – am Wasser fühle ich mich unglaublich wohl. Holz, Steine, Muscheln … es gibt so viel zu entdecken während ich mit meinem Hund Paul am Strand auf Entdeckungstour gehe. Danach sind meine Akkus aufgeladen – mit Ideen und Energie für neue Entwürfe.

Vielen Dank für das Gespräch.
  
  

  
  
Links:
→   www.rbtq.de
→   zum Onlineprofil

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